Bildung ist ein Menschenrecht

24. September 2015 | Bildungspolitik

Bildung ist ein Menschenrecht

„Inklusion für alle – eine Chance für unsere Gesellschaft“

Am Samstag traf sich der Landesvorstand der Arbeitsgemeinschaft für Bildung Bayern (AfB) in Nürnberg um sich unter anderem mit der Problematik der Integration der Flüchtlinge ins Bildungssystem zu beschäftigen.

Die AfB ist der Überzeugung dass man die Integration nicht isoliert betrachten darf, sondern man die Inklusion aller ins Bildungssystem anstreben muss. Es ist nicht nur eine Herausforderung ,für die neue bildungspolitische Strategien gebraucht werden, sondern auch eine Chance für die Zukunft, die gerade im Bildungsbereich genutzt werden muss.

„Sprache ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben“, so die Landesvorsitzende Marion C. Winter, „aber es ist nicht nur unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass die Hilfesuchenden unsere Sprache lernen können, besonders wichtig ist auch die Vermittlung unserer gesellschaftlichen Grundlagen, wie z.B. die Religionsfreiheit und die Rechte der Frauen.“

Die AfB fordert daher nicht nur Deutschunterricht von Anfang an, sondern auch Unterricht in gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Grundlagen. Auch Programme für berufsbezogene Sprachförderung und Alphabetisierung müssen ausgebaut werden.

Es wird besonders wichtig sein, dass die Kleinen bereits im Kindergarten inkludiert werden und hier Freundschaften zwischen Kindern und Familien wachsen können, denn gerade in diesem Alter, in dem die Kinder noch nicht durch Vorurteile belastet sind, sollte die Inklusion besonders gelingen.

Das alle zusammen in eine Schule gehen bedeutete noch nicht dass sie gemeinsam in die Schule gehen. Es müssen Projekte etabliert werden, um eine Willkommenskultur nicht dem Zufall und dem Engagement einzelner zu überlassen. Um die Kontakte, den sprachlichen und kulturellen Austausch zwischen den Schüler/innen aus den verschiedenen Kulturkreisen, auf Freizeitebene zu fördern, müssen die Schulen über verschiedene Möglichkeiten informiert werden. Programme in Form von Clubs, wie sie schon lange an internationalen Universitäten etabliert sind, wären nach Meinung der AfB dafür besonders geeignet.

Unabhängig von Sprache müssen die bereits vorhanden schulischen und beruflichen Abschlüsse erkannt, eingestuft und direkt eine Anschlussmöglichkeit geschaffen werden.

„Es darf nicht passieren, dass Schüler/innen neben dem was sie schlimmes erlebt haben, auch noch dadurch herabgesetzt werden, dass das, was sie bisher geleistet haben, nur aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten keinen Wert mehr hat“, so Winter. Die Aufgabe der Schulen wird auch sein hier zu ermitteln, wie die Schüler nach dem deutschen Lehrplan eingestuft und wie die evtl. fehlenden Kenntnisse nachgeholt werden können. Hierfür brauchen wir flexible, klassenstufenunabhängige Unterrichtsbedingungen und Fördergruppen, die nicht nur den Inklusionsschülern zur Verfügung stehen und vor allem eine entsprechende personelle Ausstattung um dies umzusetzen.

Die Bildungseinrichtungen müssen mehr denn je mit multiprofessionellen Teams ausgestattet werden. Alle Beteiligten im Bildungssystem werden mit Lebenssituationen und Erlebnissen konfrontiert werden, die sie bisher nicht kannten, auch Eltern und Kinder. Es ist wichtig neben einer guten personellen Ausstattung der Einrichtungen auch Beratungs- und Betreuungsangebote zu schaffen, die im Bedarfsfall allen Beteiligten zur Verfügung stehen.

Flüchtlinge, die eine Ausbildung begonnen haben, erhalten ein Aufenthaltsrecht bis zum Abschluss ihrer Ausbildung. Eine schulische oder berufliche Ausbildung zu beginnen ist die Grundlage für eine Zukunftsperspektive. Den jungen Menschen und den Ausbildungsbetrieben müssen aber darüber hinaus Perspektiven gegeben werden, daher fordert die AfB ein uneingeschränktes Bleiberecht für Jugendliche, die eine berufliche Ausbildung erfolgreich in Deutschland abgeschlossen habe. Das große ehrenamtliche Engagement und die vorhandene Willkommenskultur leisten einen wichtigen Beitrag zur Inklusion der Hilfesuchenden und muss auf allen Ebenen gestärkt und wertgeschätzt werden. Doch es kann nicht alles was notwendig ist durch ehrenamtliches Engagement geschultert werden.

„Bildung ist ein Menschenrecht! Wir fordern die Bayerische Staatsregierung auf alles zu unternehmen, damit in Bayern Schulgesetz, Verfassung und Menschenrechtskonventionen eingehalten werden“, so Winter.

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